Das Internet ist nicht immer nett

Es ist schon erschreckend, dass ein renomiertes Haus wie die CHIP Digital GmbH, München schädliche Software anbietet. Nicht nur Chip zählt zu den schwarzen Schafen, auch Softonic und Konsorten darf sich als Download-Portal für Malware und sonstigen Software-Müll zählen.
ask toolbar
Die Ask-Toolbar war plötzlich in allen Browsern und ist so überflüssig wie ein Kropf.
Erst neulich habe ich durch Unachtsamkeit ein Häkchen übsehenen, dabei Windows 10 fast lahmgelegt. Ein Freeware-Download bescherte mir nicht nur eine Toolbar, sondern gleich einen Trojaner. Dieses Biest vermehrte sich nach jedem Start zunehmend mit weiteren unerwünschte Elemente und die Kiste wurde immer langsamer. Hätte ich nicht Windows 10 Version 1607 von Microsoft mit allen bislang erschienenen Updates installiert, wäre ich sicherlich nicht umhingekommen, das Betriebssystem und alle Programme neu aufzusetzen.

Fortschrittliche Problembehandlung
Fehler werden meist nicht vom PC verschuldet, sondern von dem, der ihn bedient. Hinter vielen kostenlosen Progrämmchen lauern sie, die Wüstlinge, genannt Viren. Die bösartigsten, die Trojaner, schlafen zuerst einige Zeit, um meist später und etappenweise ihr Zerstörungswerk zu verrichten. Der Begriff stammt aus der griechischen Mythologie, in der erzählt wird, wie sich griechische Soldaten in einem hölzernen Pferd versteckten, um nachts Troja anzugreifen. Die meisten Würmer werden zwar von Windows Defender erkannt, doch viele tarnen sich als Apps, die vom Benutzer im gutem Glauben heruntergeladen werden.

Windows Defender
Statt eines Virenscanners wie Avira, AVG oder anderer Anwendungen zum Vernichten bösartiger Software benutze ich seit einigen Jahren den Windows Defender. Warum soll ich ein optionales speicherfressendes Teil installieren, wenn in Windows Betriebssystemen bereits ein leistungsstarkes AntiSpyware Tool integriert ist. Die letzten Versionen des Defenders wurden von Microsoft in soweit verbessert, dass sie jederzeit anderen Virenscannern die Stirn bieten können, jedenfalls den kostenlosen.

Systemdatei-Überprüfungsprogramm SFC
Wurde das Betriebssystem von einem gut getarnten Schädling einmal versaut, kann ein weiteres Windows Dienstprogramm helfen. Je nach Schadensgröße, können Reparaturen viel Zeit kosten, doch kann ein "Plattmachen" des Systems in den meisten Fällen vermieden werden. Der sog. System File Checker, kurz SFC, kann nur kann mit Administrator-Rechten ausgeführt werden. Er war schon in früheren Windows-Versionen integriert.

Windows 7: Hier besteht die Möglichkeit über die rechte Maustaste einen Befehl aus einem Textdokument kopieren und auf die gleiche Weise in die Eingabeaufforderung (cmd.exe) einfügen.

Windows 10: Es genügt, den kopierten Befehl mit nur einem Rechtsklick in die Eingabeaufforderung hineinzukopieren. Noch komfortabler kann eine Überprüfung und oder Reparatur über PowerShell erledigt werden. Man kann anstelle der Eingabeaufforderung über Einstellungen /Personalisierung/Taskleiste die Windows PowerShell auswählen (Ein/Aus).

Wenn das Überprüfungsprogramm feststellt, dass eine geschützte Datei überschrieben wurde, holt es die korrekte Version der Datei aus dem Cache-Ordner (%Systemroot%\System32\Dllcache) oder aus den Windows-Installationsdateien. Anschließend wird die inkorrekte Datei dadurch ersetzt. Mit SFC kann auch der Cacheordner überprüft und wieder aufgefüllt werden.

Befehle des Systemdatei-Überprüfungsprogramms

sfc /scannow
Überprüft alle geschützten Systemdateien und ersetzt falsche Versionen durch die richtigen Microsoft-Versionen. Für diesen Befehl ist unter Umständen ein Zugriff auf die Windows-Installationsdateien erforderlich.

sfc /scanboot
Überprüft alle geschützten Systemdateien bei jedem Start des Computers. Für diesen Befehl ist jedem Start des Computers unter Umständen ein Zugriff auf die Windows-Installationsdateien erforderlich.

sfc /revert
Setzt die Überprüfung auf die Standardeinstellungen zurück. Es erfolgt keine Überprüfung der geschützten Dateien beim Start des Computers. Die Standardgröße des Caches wird mit diesem Befehl nicht zurückgesetzt.

sfc /scanonce
Überprüft alle geschützten Systemdateien bei einem Neustart des Computers. Für diesen Befehl ist beim Neustart des Computers unter Umständen ein Zugriff auf die Windows-Installationsdateien erforderlich.

sfc /purgecache
Leert den Dateicache und überprüft alle geschützten Systemdateien. Für diesen Befehl ist unter Umständen ein Zugriff auf die Windows-Installationsdateien erforderlich.

sfc /cachesize=x
Legt die Größe des Dateicaches auf x MB fest. Die Standardgröße des Dateicaches beträgt 50 MB. Dieser Befehl macht einen Neustart des Computers erforderlich. Danach muss der Befehl sfc /purgecache ausgeführt werden, um die Größe des Caches auf der Festplatte festzulegen.

Der Artikel über das Systemdatei-Überprüfungsprogramms wurde von support.microsoft.com übernommen.

Die Redmonder entwickeln weiter
Was bereits mit Windows 10 auf dem Bildschirm gezaubert wird, ist schon phänomenal, doch sicherlich setzt Microsoft immer noch was drauf. Voller Zuversicht warte ich nach Redstone 1 und 2, dem Anniversary-Update (Windows 10 Version 1607), auf das für 2017 angekündigte Redstone 3, das weitere neue Features mitbringen soll.