Der Commodore Amiga 500

Die gute spanische Freundin
In den Jahren um 1988 genehmigte ich mir also den elektronischen Rechenautomat Amiga 500 von Commodore. Lange Zeit war mir nicht bewusst, dass es sich dabei um eine Spanierin handelt, die von nun an in mein Leben trat. Amiga, spanisch Freundin, wäre demnach genau genommen eine Rechenkünstlerin. Irgendwie hat Amiga das Geschlecht gewechselt, obwohl Bauteile (Chipsatz), die den Boss (Prozessor) unterstützten, zur Mehrheit weiblich waren. Denise war der Chip, der die Grafikausgabe steuert. amiga 500
Paula war verantwortlich für die Tonausgabe und überwachte alle vorhandenen Diskettenlaufwerke. Agnus unterstützte die beiden Damen, indem er ihnen ausreichend Chip-RAM spendierte.
 
Ausstattung und Zubehör
Der Amiga 500 war der meistverkaufte Amiga-Computer von Commodore und sicherlich auch einer der meistverkauften Heimcomputer-Modelle der damaligen Zeit. Ein RGB-Monitor, der aus den Rot-, Grün und Blauanteilen von Farben ein buntes Bild zusammenmixte, sowie ein Nadeldrucker gehörten zu den wichtigsten Bestandteilen der Erstausstattung. Der Amiga 500 war kein PC (Personal Computer) wie man ihn heute kennt, vielmehr kann man ihn als Heim- und Spielecomputer einordnen. Seine Bild- und Tonqualität war gegenüber den damals üblichen Standards deutlich überlegen. Dennoch wäre es besser gewesen, Grafiken aus ca. 5 Meter Entfernung betrachten, um die groben Bildschirmpunkte etwas zu vertuschen.
 
Die Werkbank "Workbench"
Die Bedienung des Amigas war relativ einfach, vorausgesetzt das Netzteil war gut zugänglich, denn damit wurde der Computer eingeschaltet. Nach dem Einschalten erlebte man eine Überraschung: Siehe da, es passierte nichts, ein weißer Bildschirm mit einer Hand die eine Diskette hielt, war alles. Nach dem Einlegen der Workbench-Diskette wurde der gleichnamige Desktop geladen. Ordner wurden als Schubladen dargestellt, während die Symbole für Programme und Anwendungen standen. a500 workbench
 
Alternative Computer
Einige weitere Computer, die zur selben Zeit auf dem Markt kamen, waren u. a. der der Brotkasten oder C64 (Commodore 64), der bereits erwähnte Atari und der Commodore 128. Diese Rechner durften neben dem Amiga auch in die niedrigen Preisklassen eingereiht werden. Der C64 war der Renner, da er neben dem günstigen Preis wenig Platz auf dem Schreibtisch einnahm. Dieses Teil gefiel mir aber nicht bzw. war mir zu mickrig. Allein schon die Tatsache, dass der C64 zum Zeitpunkt als der Amiga 500 auf dem Markt erschien, ein Kassettenlaufwerk zum Laden von Programmen und Speichern von Daten benötigte schien mir als abartig. Das Suchen von Dokumenten dauerte länger, als das Schreiben.