Eine Blume welkt am Wegesrand,
von Stürmen ausgezehrt,
einst knospend, zart im Blütenstand,
vom Sonnenlicht genährt.

Im Wurzelwerk erwartend ruht,
ein Trieb noch jung und schwach,
ein Hauch von neuem Lebensmut
wächst langsam zaghaft nach.

Dein Schicksalsweg der Blume gleicht,
am Wgesrand allein.
Ein stummer Schrei mein Herz erreicht
nach Hoffnung und gedeih'n.

Mein Herz einst leer und ausgebrannt,
kein Feuer, - keine Glut,
das Blümchen, das am Weg ich fand,
es gab mir wieder Mut.

Wenn später es auch jäh verliert,
all seine frühere Pracht,
beständig trotzt es, unbeirrt,
manch' stümisch', - kalte Nacht.

Mein Herz soll nun der Garten sein,
der dich geborgen hält,
schon strahlt im hellsten Sonnenschein
für dich und mich die Welt.

einer Jugendfreundin gewidmet (1965)